Okt 302013
 

„Majubs Reise“, Regie: Eva Knopf, Filmakademie BW 2013

DOK-LeipzigVor der Kamera mit Hans Albers, Heinz Rühmann und Zarah Leander.  Unter der Regie von Veit Harlan in den Filmen der 1930er und 1940er Jahre. Als Statist. Als Afrikaner: Mohamed „Majub“ Hussein ist Dauer-Komparse beim deutschen NS-Propaganda-Film. Er bekommt sogar kleinere Sprechrollen. So unglaublich das klingt: Hussein blieb, was er in seinen Rollen verkörpern sollte: Eine Randerscheinung.

Eva Knopf rückt ihn in ihrer Doku in die Mitte – und erzählt die Geschichte eines Mannes, der doch eigentlich niemanden interessieren sollte. In den Filmausschnitten verkörper Hussein eine Klischeefigur, die nur dazu da war, um die Träume des deutschen weißen Mannes nach dem Platz an der Sonne zu erfüllen. Zumindest im Kino.

Mohamed Husen und Heinz Rühmann (Screenshot Trailer)

Mohamed Husen und Heinz Rühmann (Screenshot Trailer)

Immer mal wieder, so scheint es, erhascht man dort dann doch einen Blick auf den wirklichen Mohamed Hussein. Auf einen gewitzten, stolzen, mutigen Mann. Hussein kam aus Tansania, damals Deutsch-Ostafrika, ins Deutschland der 30er Jahre und nannte sich hier der Einfachheit halber „Husen“. Er hatte zu Hause als Kindersoldat unter den Deutschen im Ersten Weltkrieg gekämpft. Und er war nach Deutschland gekommen, um ausgleichende Gerechtigkeit zu finden. Ausgerechnet Anfang der 1930er Jahre…

Für die unglaubliche Geschichte Husseins hatte die Regisseurin Eva Knopf nur wenig Material. Umso erstaunlicher, wie spannend und ohne viel Effekthascherei sie die Geschichte dieses Mannes erzählt. Natürlich mit ihm in der Hauptrolle.

Trailer „Majubs Reise“

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